Gefahr erkannt, Gefahr gebannt!

Jede Angriffssituation kann in drei wiederkehrende Phasen aufgeteilt werden:

  • Vor-dem-Kampf-Phase
  • Im-Kampf-Phase
  • Nach-dem-Kampf-Phase

In jeder der drei verschiedenen Phasen, die oft schnell und unbemerkt ineinander übergehen, geht es vor allem darum: Die Gefahr kommen zu sehen!Denn nur, wer die lauernde Gefahr unmittelbar erkennt, der bleibt handlungsfähig und kann diese effizient und schnell abwenden.

Genau hier setzt das Selbstschutz Training an und konditioniert Personen darauf, durch Bewusstsein und Aufmerksamkeit, Gefahren richtig abzuwenden. Durch die Kultivierung einer verinnerlichten mentalen und körperlichen Achtsamkeit, sind Körper und Geist zu jedem Zeitpunkt, immer in einem Standby Modus, um schnell handeln zu können und den eigenen Selbstschutz zu aktivieren. Damit setzt das Selbstschutztraining beim Einsatz der Ressourcen ein, die jeder Mensch von Geburt an mit sich trägt und die weitaus mehr bringen als Waffen und Gewalt: die eigenen mentalen und körperlichen Abwehrmechanismen.

Sind diese erst richtig trainiert, kann jeder sich schnell aus der Opferrolle befreien und bleibt in allen Lebenslagen vorbereitet, schnell und handlungssicher.
Die fünf Stufen der Selbstverteidigung – Selbstschutz

Jeder Angriff verläuft individuell und hängt im Wesentlichen von der Absicht des Täters und dem Verhalten des Opfers ab. Aus diesem Grund ist es schwierig, ein pauschal für alle Gewalttaten zutreffendes und richtiges Verhalten vorherzusagen und einzustudieren. Generell gelten zwei elementar wichtige Fakten:

Aufmerksamkeit verhilft zu mehr Selbstsicherheit und einer verbesserten Reaktionsfähigkeit.
Sich selbst und andere so schnell es geht, aus der Gefahrensituation herausbringen und die sichere Flucht ergreifen.

Das Gute ist, dass man das Bewusstsein und somit die Aufmerksamkeit auf sich selbst und seine Umwelt, auch „mental awareness“ genannt, trainieren kann und diese uns oftmals ermöglicht, deutlich schneller zu reagieren und im Notfall handlungsfähig zu bleiben, um sich und andere in Sicherheit zu bringen.

Doch nicht immer gelingt das ohne weiteres, denn an einem Angriff können auch mehrere Täter beteiligt sein, oder die Situation sich schneller zuspitzen, als zunächst erwartet.

Damit man auf alle Gefahrenpotenziale vorbereitet ist, sollte man sich die fünf Stufen des Selbstschutzes bewusst sein und geistig, wie auch körperlich auf diese vorbereitet sein. Die fünf Stufen lauten:

  1. Aufmerksamkeit
  2. Kontrolle der Situation
  3. Präventionsmaßnahmen
  4. Reagieren auf den anhaltenden Überfall
  5. Entkommen

Warum die Stufen 1. „Awareness“ und 5. „Escape“ all entscheidend für unsere Sicherheit sind

Wer sich nicht im Besitz der notwendigen Awareness befindet und seine Umgebung nicht geistig wahrnimmt, der ist auch körperlich nicht im Stande, auf einen Überfall oder eine Gewalttat schnell und richtig zu reagieren. Wer abgelenkt durch Smartphone oder mit Kopfhörern im Ohr durch den Park läuft, verliert bereits eine wichtige menschliche Abwehrressource: die pre-fight Intelligenz. Diese menschliche Ressource dient der Erkennung von potenziellen Gefahren in unserem unmittelbaren Umfeld und ermöglicht uns, „ES“ kommen zu sehen. Dabei gleicht sie dem sechsten Sinn, ist aber weitaus mehr als das, da man sie bewusst trainieren und aktivieren kann.

Aufmerksamkeit und die richtige Körperhaltung sind die beste Vorbeugung gegen Gewalttaten und werden durch die bewusste Wahrnehmung und Kontrolle unserer Umgebung noch verstärkt. Allein die gedankliche Überlegung, was passieren kann und die geistig evaluierte Vorwegnahme der möglicherweise eintretenden Situation sind unsere hilfreichste Präventionsmaßnahme, um Selbstschutz und Selbstsicherheit gleichermaßen aufrecht zu erhalten. Im Falle des eintretenden und anhaltenden Überfalls gilt es gleichermaßen, das Aufmerksamkeitslevel hoch zu halten und alle Sensoren darauf zu fokussieren, was als nächstes passieren wird, um der Situation nicht ausgeliefert zu sein und womöglich handlungsunfähig zu werden. Hier gilt es auch zu jedem Zeitpunkt zu beobachten, ob die Situation sich verschärft und womöglich weitere Personen aus dem Hinterhalt auftreten. Anstatt sich auf Gewalt, Waffen und Handgriffe zu fokussieren, sollte die erstmögliche Option immer das Entkommen sein, um Situation und Aggression nicht weiter anzuheizen.

Burpee-Songs

Hallo zusammen,

bei der Recherche nach Warm-Up-Programmen haben wir nach sog. „Burpee-Songs“ gesucht. Das sind Lieder die durch oftmals wiederholte Passagen oder Wörter ideal geeignet sind, um eine gewünschte Übungen während des Songs einige Male bei Nennung abzurufen.

Hierzu habe ich zwei Seiten ergoogelt die wir euch gerne mitteilen möchten. Da sind einige schöne Beispiele und Möglichkeiten drin.

https://swimcast.de/landtraining/workout-songs/
http://www.schweinehundbezwinger.de/blog/2017/1/31/work-that-song

Alternativ könnt ihr auch mal bei Youtube schauen. Hier ein Video des Klassikers „Bring Sally up“ von Moby.

Zivilcourage…ein Blick zuviel

Zivilcourage betrifft uns alle im Alltag…….

In Siegburg bei Bonn wurde vor einigen Tagen ein Jugendlicher von einer Gruppe junger Männer brutal zusammengeschlagen und schon am Boden liegend bis auf die Gleise geprügelt.  Von den anscheinend kriminell organisierten Schlägern fehlt bis jetzt jede Spur. (*Stand 24.01.2022)

Leider handelt es sich dabei nicht um einen Einzelfall. Statistiken zeigen, dass brutale Übergriffe – gerade an Bahnsteigen in den letzten Jahren und wohl auch in Zukunft weiter zunehmen.

Polizei und Bundespolizei untersuchen die Vorfälle und stellen dabei fest, dass oft schon ein falscher Blick oder ein Wort zu viel Auslöser sein können.

Leider sind viele Personen in diesem Moment überfordert und halten sich lieber raus. Dabei ist Zivilcourage eine Tugend, die jeder leisten kann und muss, damit die Welt nicht weiter aus den Fugen gerät!

Aggressionen nehmen zu – sowohl bei Gefährdern als auch Gefährdeten

Beim Autofahren pochen alle auf ihr Recht oder gehen riskante Fahrmanöver ein, um doch noch schnell über die Ampel zu gelangen, oder anderen die Vorfahrt zu stehlen. Beim Bahnfahren werden die Füße auf den Sitz gelegt oder im Ruheabteil laut über whats app telefoniert. An der Ampel wird gedrängelt und geschubst, um noch schnell über Grün zu laufen. Selbst an der Supermarktkasse ist die Stimmung oft kriegerisch, dabei warten alle statistisch gesehen gleich lange an Kassen in ihrem Leben!

Unser Leben ist schnell. Die Gesellschaft ist mehr und mehr gespalten und vielen fehlt einfach die Orientierung. Unsicherheit, Angst, aber auch Frust führen dazu, dass immer mehr Personen ihre Emotionen nicht mehr im Griff haben. Sie werden sensibel und anfälliger. Die eigene Unsicherheit führt dazu, dass sich viele in vermeintlich harmlosen Situationen schnell angegriffen oder verbal attackiert fühlen. Einfache Worte werden schneller denn je heiß gekocht oder auch durch die Manipulation der eigenen Gedankenwelt fehlinterpretiert. Dadurch fühlen sich Menschen verletzt und reagieren gereizt. Situationen schaukeln sich schneller hoch und das Aggressionspotenzial steigt. Und all das nicht nur bei ohnehin Gefährdeten, sondern auch bei dir und mir! Anstelle von Zivilcourage tritt heutzutage mehr und mehr die Ellenbogenmentalität und eine Haltung getreu dem Motto: „Wie du mir, so ich doppelt dir!“ ein.

Provokation durch die Täter als Auslöser

Täter nutzen diese Lage schamlos aus. Sie beobachten ihre Opfer und suchen vermeintliche Schwachstellen. Unsicheres Verhalten, ein falscher Blick oder eine zittrige Stimme werden dann zum Angriffspunkt. „Was guckst du?“ oder „Ich bringe dich um!“, aber auch „Schlampe!“ und andere Schimpfwörter lösen in solchen Situationen unverhofft eine unüberlegte Reaktion aus und können verbal und non-verbal schnell zu einer Gefahr werden. Nicht selten geht es dabei um Leben und Tod.

Anstatt sich einzumischen, raten Polizei und Sicherheitspersonal dazu, in solchen Situationen direkt professionelle Hilfe zu holen. Zivilcourage ist nämlich nicht nur, selbst einzugreifen, sondern auch die 110 oder 112 zu wählen und beim Opfer zu bleiben oder die Situation aus sicherer Entfernung zu beobachten, um den Hilfskräften später wichtige Informationen geben zu können. Nur so werden die Täter an den Pranger gebracht und können bestraft werden. Zivilcourage ist das A und O, das eine Gesellschaft zusammenhält und das Leben weiterhin lebenswert und sicher macht.

Falsches Verhalten und fehlerhafte Reaktion

Im Falle eines Angriffs nichts zu tun ist sicherlich der falsche Ansatz. Doch bevor ich mich selbst in Lebensgefahr bringe, sollte ich die Bedrohungslage richtig einschätzen können. Die Bewertung von Gefahrenstufen lerne ich beispielsweise in einem Selbstschutz- oder Selbstverteidigungstraining bei Tao Sports in München. Hier werden die Trigger und Kriterien geschult und in der Praxis immer wieder eingeübt, so dass jeder immer und überall eingreifen kann – nicht nur als Opfer, sondern auch als Helfer mit Zivilcourage!

Schnell sind Menschen in einer gefährlichen Situation überfordert. Das Adrenalin steigt ihnen in den Kopf, macht sich im gesamten Körper breit und die Folge ist eine Handlungsstarre oder sogar ein Schock! Das kann vermieden werden, wenn man sich gedanklich mit den Gefahren auseinandersetzt und mögliche Handlungsszenarien übt und verinnerlicht. Nur so wissen Körper und Geist, was im Notfall zu tun ist und wie man richtig handelt. Auch, wenn es (nur) Zivilcourage ist! Zivilcourage rettet immerhin oftmals Leben!

Ausweglosigkeit – oder wie verhalten?

Zurück zur Schreckenstat in Siegburg. Die Polizei weiß bis heute nicht, wer die Täter sind und hat Schwierigkeiten nach diesen zu fahnden. Viele Details sind unklar. Leider gibt es nur eine Tatsache: Die Täter werden wiederkommen. Andere Täter werden es nachmachen. Schließlich werden immer häufiger solche Straftaten gefilmt und in den sozialen Medien geteilt.

Darum lohnt es sich, sich selbst einmal zu fragen: Was hätte ich in dem Moment getan? Oder, wie würde ich mich verhalten? Gibt es vielleicht sogar potenzielle Risikofaktoren in meinem Verhalten?

Solche Situationen treffen hoffentlich niemanden. Trotzdem müssen sie nicht ausweglos bleiben! Achtsamkeit und Selbstschutz sind Bestandteile, die jeder proaktiv erlernen kann, denn schon eine sichere Körpersprache und eine deeskalierende Kommunikation können dafür sorgen, dass Täter von dir ablassen.

Neben den Selbstverteidigungsgriffen und -techniken werden zahlreiche Elemente der Kommunikation bei Tao Sports in München trainiert. Denn auch eine sichere Atmung und ein bestimmtes Auftreten kann dafür sorgen, dass gefährliche Situationen gar nicht erst eintreten. So schützt man nicht nur sich, sondern auch andere. Schließlich kann auch die Anwesenheit und ein bestimmtes Handeln dafür sorgen, dass Täter von ihrem Opfer ablassen und Schlimmeres vermieden werden kann.

Selbstverteidigung oder Selbstschutz Training als gezielte Maßnahme für mehr Sicherheit

Die Grundgriffe der Selbstverteidigung und die rechtliche Grundlage für die Notwehr lernst du bei KMC in jedem Training. Sie bildet unsere Handlungsmaxime, denn uns kommt es auf zwei Dinge an: Selbstschutz und Zivilcourage!

Wir zeigen dir, wie du Gefahren durch mehr Achtsamkeit schneller wahrnimmst und effizient dagegenwirkst. Jede Bedrohungslage hat gewisse Trigger, die du effizient nutzen kannst, um dem Täter entgegenzuwirken und deeskalierend einzugreifen. Das gilt auch für deine eigenen Angstmomente!

Trainiere deine Willenskraft

Der Herausforderung begegnen – entdecke die Willenskraft in dir!

Ein Überfall oder eine Gewalttat beginnen nie mit einer Einladung. Wirst du zum Kampf aufgefordert, hast du keine Wahl: Du musst handeln! Jetzt zählt es, den Angreifer in die Flucht zu schlagen und die richtigen Maßnahmen zu Selbstschutz und Selbstsicherheit abzurufen und einzusetzen.
Das ist immer mit einer besonderen Herausforderung verbunden, die dich auffordert aus deiner Komfortzone zu treten.

Egal, ob du den Konflikt kommen gesehen hast, oder überrascht wurdest: Deine Sicherheit und deine Möglichkeit, zu entkommen, hängen nun von deiner persönlichen Willenskraft ab!

Überrasche den Gegner mit deiner ungehaltenen Willenskraft

Der ehemalige US-Präsident Barack Obama ist mit einem Satz berühmt geworden, der heute gerne zitiert wird: „Yes, we can!

Auch, wenn Barack Obama ein Politiker ist und kein Boxer oder Weltkampfsportler – dieser Satz ist auch im Kampfsport elementar!

Mit deiner eigenen Sprache und den Worten, die du zu dir selbst sagst, kannst du den Ausgang eines Kampfes mitentscheiden: Sagst du zu dir: „Oh nein, das schaffe ich nicht!“, so wirst du es auch nicht schaffen. Der Gegner bemerkt dies und nutzt deine Unsicherheit schamlos aus! Du machst dich selbst zum Opfer!

Aufgeben ist keine Chance – keep on fighting!

Bist du hingegen bereit, dem Gegner auf Augenhöhe zu begegnen und sagst du dir: „Ich will das und ich schaffe das!“, so strahlst du Selbstsicherheit aus.

Deine Körperhaltung wirkt sicher und bestimmt. Deine Stimme ist ruhig und überzeugend. Deine Mimik und deine Gestik strahlen Selbstüberzeugung aus. Und auch deine Sprachwahl wird ohne zu Zögern deeskalierend und direkt.

Deine Willenskraft setzt in dir ungeahnte Kräfte frei. Es gelingt ihr in lebensbedrohlichen Situationen eine ungeheure und unbegrenzte Kraft und Handlungsstärke in dir zu entfalten, die dich im Kampf steuert und intuitiv unterstützt, dein Leben zu retten.

Du wirst sehen, wie es am Ende die Willenskraft ist, deine persönliche und mentale Kampfbereitschaft, die den Kampf steuert und Unmögliches möglich macht. Sie beschützt dich davor, in eine Opferrolle zu verfallen und bringt deinen Körper stattdessen mit einer Extra Portion Adrenalin zu Höchstleistungen.

Mentaltraining: Ein wesentlicher Bestandteil eines guten Selbstschutz Trainings

Die Erfolgsgeschichte von Dr. Wladimir Klitschko zeigt, dass Willenskraft unschlagbar machen kann! Der langjährige Box-Weltmeister hat sich seinen Herausforderungen gestellt und hat keine Begegnung im Kampfring gescheut – dank seiner Willenskraft!
Heute ist die Willenskraft ein wichtiger Bestandteil des Mentaltrainings im Selbstschutz und der Selbstverteidigung. Darum darf es in keinem Trainings-Curriculum fehlen.

Der Kopf programmiert den Körper und bringt deinen Kampfgeist zu seiner höchsten Leistungsfähigkeit. Damit überlässt du den Ausgang deiner Kämpfe nicht dem Zufall, sondern programmierst ihn mit deinem Willen selbst!

Komm raus aus der Komfortzone – rein in dein Kampfpotenzial!

Bei KMC legen wir großen Wert auf einen ganzheitlichen Trainingsansatz. Darum trainieren wir neben den Techniken und Bewegungen auch das Mindset. Dazu gehören Achtsamkeit und Willenskraft!

Kampfsport vs. Selbstverteidigung

Hallo zusammen,

in diesem Beitrag möchten wir Euch kurz die Unterschiede erläutern zwischem traditionellem Kampfsport und der realen Selbstverteidigung auf der Straße.

Dojo & Kampfsport

Ziel: Punkte sammeln, Gürtel und Grade, Formen lernen, Sport und Ertüchtigung

  • Verbot gefährlicher Techniken oder verstecken bis zu den höheren Dan-Graden
  • viele Techniken für gleiche Situation – Angriff A – Technik X oder Y oder Z…
  • Messen in der Regel innerhalb der gleichen Stilrichtung mit bekannten Techniken
  • Hilfsmittel verboten – Waffentraining unter sportlich partnerschaftlichen Aspekt
  • Trainer oder Wettkampfrichter unterbricht Kampf
  • „Gegner“ ist Trainingspartner (Partnerschaftlichkeit)
  • ruhige und angenehme Atmosphäre
  • Fokus liegt in der Regel auf „Kampfphase“
  • rituelles Training mit Regeln und Gepflogenheiten
  • Fokus meist auf 1:1-Situationen
  • Idealbedingungen für Techniken und deren Ausführung
  • Training oder Wettkampf mit bekanntem Termin –
  • am Ende überlebt man und geht max. KO

Straße & aktive Selbstverteidigung

Ziel: mit allen Mitteln verteidigen, um lebend und möglichst unbeschadet Nachhause zu kommen

  • alles was funktioniert ist erlaubt, inkl. Hilfsgegenstände
  • Waffeneinsatz durch Aggressor meist ohne Vorwarnung und nicht telegraphierend
  • keine Kampfunterbrechung
  • Gefahr des Eingriffs von Dritten
  • Aggressor hält einen für Schwächer bzw. Opfer, d. h. asymmetrische Gewaltlage
  • Techniken meist „dreckig“ bzw. „rustikal“
  • verschiedene Ebenen: Vorkampfphase – Kampfphase – Nachsorgephase
  • der Boden ist keine Option (Untergrund, Eingriff von Dritten, Waffen)
  • Gegner und dessen „Stil“ völlig unbekannt
  • mehrere Aggressoren denkbar (auch dynamisch)
  • geschieht i. d. Regel „unerwartet“ bzw. am Tag X
  • Kampf auf Leben und Tod denkbar
  • Situation unter Angst und Adrenalin (negativer Stress)

KravMaga vs. Combatives

Szenenbild_VorzeichenBetrachtet man diese Gegenüberstellung wird schnell klar, dass das Training für den Ernstfall anders sein muss. Und es muss schnell für jeden erlernbar sein – auch für die „Hausfrau von Nebenan“. Hierfür wurde Krav Maga von Imre Lichtenfeld, einem ehemaligen Boxer und Ringer mit Einflüssen anderer Stile z. B. JiuJitsu entwickelt. In ähnlicher Form wurden auch die Combatives in England geschaffen. Beiden „Stilen“ liegt zudem ein militärisch geprägter Ursprung inne.

Unsere Freunde der SelfDefenseBox in Köln haben die geschichtliche Abläufe etwas ausführlicher dargestellt: https://www.selfdefensebox.cologne/geschichte-des-krav-maga bzw. https://www.selfdefensebox.cologne/geschichte-der-combatives/

Combatives = Die Evolution von klassichem Krav Maga?

Im klassichen Krav Maga liegt der Fokus vermutlich auf Grund der traditionellen Einflüsse auf der reinen Selbstverteidigungsphase. Der Kampf als solches wird gegeben angenommen und vorausgesetzt. In der Realität jedoch gibt es immer ein Vorspiel mit zahlreichen taktischen und psychologisch relevanten Aspekten. Wenn man mit den richtigen Instrumenten hier vernünftig agiert, so kommt es vielleicht erst gar nicht zur Eskalation. Bereits diese Phase wird in den Combatives trainiert und detailliert berücksichtigt. Entweder durch taktische Vermeidung oder durch sprachliche Mittel. Auch ist der preemptive Erstschlag unter entsprechenden Gegebenheiten (Triggererkennung) eine vertretbare Option.

Krav Maga setzt grundlegend auf nicht allzu viele Techniken, dennoch sind auch einige dabei, die auf der Straße so nichts verloren haben. Das Skillset in den Combatives überschneidet sich teilweise, ist dabei aber noch überschaubarer und im Grunde noch „rustikaler“ (z. B. Shredder-Konzept). Warum? Nun in einer wirklichen Selbstverteidiungssitutation wird man nicht klar denken können. Da muss es einfach ein. In den Combatives entscheidet zudem der Trainierende, welche Techniken aus dem Curriculum ihm am besten liegen und übernimmt diese in seine persönliche Werkzeugkiste.

Auch verwendet klassiches Krav Maga Methoden, die aus Sicht der Combatives nicht oder nur unter Optimalbedingungen und/oder jahrelangem Training funktionieren können:

So haben wir im ursprünglichen Krav Maga den klassichen 360° sowie die Inside-/Outside-Defense, die in den Combatives im Bereich der waffenlosen Situation durch das sog. Cover-Crash-Counter und dem Crazy-Monkey-Prinzip (nach Rodney King) ersetzt wird. Im Bereich Messer setzen die Combatives auf das sog. Fending-Prinzip (wenn Messer gezogen) bzw. Fouling-Draw-Konzept (Vorerkennung und Zugverhinderung).

Befinden wir uns im Nahkampf ist das Clinching im klassichen Krav Maga kein direkter Schwerpunkt, wie auch der Einsatz von Hilfsmitteln in Form von Alltagsgegenständen. Wir reden z. B. nicht vom Kubotan sondern von Stiften – kleiner Spaß am Rande 🙂 –  Schlüsseln, der Tageszeitung oder Smartphones.

Zudem finden in der Trainingslehre auch neue Methoden wie das NLP (Neuro-Linguistische Programmierung) Einsatz, ebenso Elemente für die Etablierung des richtigen Mindesets (Einstellung, sog. „on-off-Switch“ via State-Management und State-Manipulation). Drills und Szenarien finden sich im regulären Training der Combatives als fester Bestandteil.

In diesen Punkten unterscheiden sich beide „Systeme“ dann wiederum doch sehr stark.

Combatives sehen sich weder als Stil noch als System, sondern eine Sammlung von effektiven Methoden, Prinzipien und Konzepten die für den Selbstschutz im Ernstfall unter Stress und Adrenalin in einer womöglich asymmetrischen Gewaltlage funktionieren.

Die Mischung machts

Urban Combatives LogoDennoch gilt hier „Die Goldene Mitte“. Klassiches Krav-Maga als Ausgangspunkt, optimiert und revidiert in wichtigen Punkte und ergänzt um Inhalte die uns für ein anspruchvolles aber auch abwechslungsreiches Training und für das „Gesamtpaket“ nützlich erscheinen. Das ist unser Ansatz für ein erfolgreiches Training im Bereich Gewaltprävention, Selbstverteidigung und Selbstschutz.

 

Selbstverteidigung vs. Selbstschutz

Worin unterscheiden sich die Begrifflichkeiten „Selbstverteidigung“ und „Selbschutz“?
Selbstverteidigung als Begriff ist bereits „negativ“ behaftet, geht man ja davon aus, das man in einer aktiven defensiven Ausgangslage ist aus der man sich befreien muss. Jedoch wird, entsprechende Mittel richtig eingesetzt, dies in den seltensten Fällen sein. Nicht wirklich materalisiert sich ein problematisches Subjekt direkt vor einen und nimmt einen in den Schwitzkasten. Genau dort, wo eine Vielzahl an klassichen Systemen beginnen. Der Gegenüber macht X, ich mache Y – im Zweifelsfall in vielen verschiedenen Varianten, die dann durchtrainiert werden.
Wenn wir aber von Selbstschutz sprechen, denken wir nicht nur an die harten Tools und Techniken, sondern auch auch die sog. „Street Smarts“, also Skills und Wissen rund um „die Straße“. Wie denkt ein Aggressor? Wie geht er vor? Wie kann potentiell bedrohliche Situationen erkennen und rechtzeitig entschärfen? Es geht hier um die Phase vor dem körperlichen Konflikt. Auch De-Eskalalation und wie diese wann funktionieren kann sind ein Thema. Auch wie man nicht selbst als Opfer gesehen wird, sich in unbekannten Situationen oder Umgebungen verhält sind Bestandteil der Trianingslehre.
Auch, die Denke ist wichtig. Wir sprechen nicht vom Täter, Aggressor oder Angreifer – sondern von einem problematischen Subjekt, das uns vor eine Situation stellt, die wir lösen werden! Egal ob pro-aktiv oder re-aktiv. Mit der richtigen Einstellung gepaart mit dem richtigen Wissen versuchen wir von der ersten Sekunde an, „online“ zu sein, wenn wir das Haus verlassen.
Daher trainieren wir bei uns nicht nur die reine „Verteidigung“, sondern ein ganzheitliches und umfassendes Konzept – für alle Konfliktlagen.